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Event Review

Erfahrungsbericht Hermannslauf 2007  1

Hermannslauf 2007 - Ein Erfahrungsbericht

von Antje Uffmann

Da sich meine Teilnahme am Hermannslauf erst 1 ½ Wochen vor dem Termin ergeben hat, entfiel quasi jede Art von Vorbereitung. Alles was ich noch tun konnte, war, nicht zuviel zu tun. Ein nicht sehr befriedigendes und aufbauendes Gefühl. Mein bisheriges Lauftraining beschränkte sich auf ca. 3 Läufe pro Woche, in moderatem Tempo, bei einer Streckenlänge von ca. 12 km. So fühlte ich mich gänzlich sehr schlecht vorbereitet. Ich habe mir im Internet noch ein paar Marathontipps durchgelesen und erfahren, dass es wichtig ist, die letzte Woche alles ruhig angehen zu lassen. Daraufhin habe ich also so gut wie gar nicht mehr trainiert und dies machte mich eigentlich noch unruhiger, wenn ich an die bevorstehende 31,1 km lange Strecke dachte.

Die einzige wirkliche Vorbereitung, die ich getroffen habe, war, ca. 1 Woche vorher die Ernährung auf sehr viele Kohlenhydrate umzustellen (Süßigkeiten und Fette hatte ich von meinem Speisezettel gestrichen, was mir teilweise wirklich schwer gefallen ist, aber mit dem Ziel, den Hermannslauf zu schaffen vor Augen, hat es geklappt).

Die letzten zwei Tage vorm Start, war ich etwas unruhig und meine Gedanken an den kommenden Sonntag des Laufs waren zweigeteilt. Einerseits freute ich mich auf diese einzigartige Lauferfahrung, andererseits hatte ich auch ein sehr mulmiges Gefühl, da ich mir wirklich nicht sicher war, das Ziel zu erreichen und hatte Angst, auf der Strecke zu versagen.

Als schließlich der Sonntagmorgen gekommen war, war ich einfach nur heilfroh es bald hinter mir zu haben, war aber auch sehr gespannt auf die Strecke, die ich bis dahin gar nicht kannte und den sonstigen Ablauf von so einem „Massenlauf“. Nach einem kargen Frühstück (habe selten so schlecht gefrühstückt), das aus einigen Scheiben Weißbrot mit Honig ohne Butter bestand und einem großen Glas Wasser, ging es los. Am Hermann war es sehr voll, kein Wunder bei der großen Anzahl von Teilnehmern, aber man fand sich gut zurecht. Da ich der Gruppe C zugeteilt war, hieß es warten bis 11:15 Uhr. Nachdem ich den Start von den Läufern aus den Blöcken A und Bloch B beobachtet hatte, war meine Anspannung nach wie vor da und ich dachte, wenn gleich alle so losrasen, bin ich irgendwann wirklich die letzte auf der Strecke. Aber da ich im Mittelteil von C stand, würde es letztendlich etwas dauern, bis mich alle überholt haben, was ich ein wenig beruhigend fand.

Nachdem endlich der erlösende Startschuss gefallen war, setzte sich die Menge in Bewegung. Die ersten Kilometer waren in gemächlichem Tempo, weil sich die Läufer quasi gegenseitig z.T. blockierten. Die ersten Kilometer waren herrlich, es ging schön bergab und man musste nur auf die Unebenheiten des Bodens aufpassen, aber konnte sich ohne große Anstrengung fortbewegen. Ich begann auch ein paar Läufer vor mir zu überholen, was mir ein großartiges Gefühl gab. Leider hielt dieses grandiose Gefühl nur bis zur ersten langen Steigung an, mit der ich dann schon zu kämpfen hatte und erste Zweifel, den Weg wirklich zu schaffen, wieder aufkamen. Doch nach dieser Steigung ging es mal wieder schön bergab und auch mal einfach nur eben geradeaus, ohne Steigung, so dass ich wieder neue Kräfte sammeln konnte.

Bei KM 9 oder 10 gab es den ersten Stand mit Getränken, leider ohne Snacks, was für mich sehr bedauerlich war, da ich meine Banane, die ich kurz vorm Start essen wollte, zu Hause gelassen hatte. Daher hatte ich sehr gehofft bei KM 10 etwas Kohlenhydrate nach meinem Frühstück, das schon Stunden zurücklag, zu mir nehmen zu können. Na ja, da konnte ich nichts machen, außer mir einen Becher mit Wasser zu schnappen und den möglichst zügig zu leeren. Nachdem ich festgestellt habe, dass das im Laufen nicht möglich war, musste ich eine Zwangspause von einer Minute einlegen.

Danach ging es wieder weiter, frohen Mutes wenigstens nicht wegen Flüssigkeitsmangel auf der Strecke zusammenzubrechen. Während der nächsten Kilometer war ich bei jedem Kilometerschild sehr erschrocken, da ich nie glauben konnte, dass ein Kilometer so lang ist. Ich versuchte mich mental immer zu beruhigen, dass ich es schon schaffen würde und ein Hoch wurde von einem Tief immer wieder abgelöst. Als ich in Oerlinghausen an den Zuschauermengen vorbeilief und diese die Läufer anfeuerten, spornte das wirklich an und gab einem ein klein wenig das Gefühl ein Held zu sein.

Plötzlich entdeckte ich unter den Zuschauern auch meinen Freund, den ich eigentlich erst im Ziel wieder treffen wollte und freute mich natürlich sehr. Glücklicherweise war ich zu dem Zeitpunkt sowieso in Hochform, so dass ich lächelnd winkend an ihm vorbeirannte und mir von meiner zuvor aufgekommenen Verzweiflung nichts anzumerken war.

Heute kann ich mich gar nicht mehr so genau an alle Details der Strecke erinnern, aber ich weiss noch, dass ich kurz vor den Treppen im Lämershagen einen absoluten Tiefpunkt hatte, mich nur noch schwerlich durch die Gegend schleppte und die auftauchenden Treppenstufen, machten dieses Gefühl nicht besser. Nach Passierung der Treppen habe ich doch bei vielen Steigungen eine schnelle Gehpause eingelegt, doch ich fühlte mich eigentlich deswegen nicht schuldig, weil fast alle um mich herum das gleiche taten und das gab mir das Gefühl genau das Richtige zu tun.

Als das Schild auftauchte, das signalisierte, dass es noch sechs Kilometer waren, war ich wirklich schon sehr angeschlagen, doch da das Ziel mittlerweile doch schon so nah war, habe ich versucht, mich immer wieder mental aufzubauen und meinem Körper ein Signal zu senden, nicht aufgeben zu dürfen. Ich war heilfroh als endlich (ich hätte nie gedacht, dass drei Kilometer so lang sein können) das Schild KM 3 auftauchte und ich wusste, nun würde ich es schaffen. Ich schaffte es irgendwie noch die Beine voreinander zu heben, hatte aber das Gefühl, sie nur wenige Zentimeter vom Boden abheben zu können. Irgendwie, im Grunde ist es mir eigentlich schleierhaft, habe ich es dann letztendlich geschafft. Bei KM1 (das Schild sagte, man solle lächeln) versuchte ich sogar noch, das Tempo wieder ein klein wenig zu beschleunigen, wobei ich nicht sagen kann, ob mir das gelungen ist, da ich gar kein richtiges Körpergefühl mehr hatte. Ich versuchte nicht zu angespannt auf der Zielgerade auszusehen, doch ein richtiges Lächeln bekam ich nicht zustande, zu sehr musste ich mich auf die letzten 100 Meter konzentrieren.

Als ich die Ziellinie überquerte, konnte ich mein Glück nicht fassen. Es war wirklich vorbei; ich bin wirklich heile angekommen und zu meinem allergrößten Glück in so gar einer, zumindest für mich, sehr guten Zeit. Ich habe für die gesamte Strapaze ca. 3 Stunden und 20 Minuten benötigt, was ich niemals zu hoffen gewagt hätte. Leider spürte ich nach der Ziellinie, dass meine Beine total fertig waren und ich hatte schon jetzt einen solchen Muskelkater, der mir einen Schrecken einjagte, doch natürlich war die Freude, es geschafft zu haben, größer als der Schmerz.

Heute, einen Tag später, kann ich mich kaum mehr auf meinen Beinen fortbewegen, Treppensteigen und auf einen Stuhl setzen, sind die Hölle. Solche Muskelschmerzen habe ich in meinem Leben bisher noch nie gehabt.

Meine echte Bewunderung gilt den Läufern, die nicht nur eine tolle Zeit gelaufen sind, sondern denen es auch heute glänzend geht.

Ob ich noch einmal am Hermannslauf teilnehme, kann ich wirklich noch nicht sagen. Ich muss sagen, es war gut, dass ich die Strecke vorher nicht kannte und sie daher einfach auf mich habe zukommen lassen. Jetzt wo ich die Strecke kenne, auch wenn ich weiss, dass ich sie schon einmal bezwungen habe, kann ich mir nicht ganz vorstellen, noch einmal an den Start zu gehen. Doch ich bin sehr glücklich den Hermannslauf mit gelaufen zu sein und habe die Finishermedaille samt Startnummer sofort in meiner Wohnung, zumindest für die nächsten Wochen, gut sichtbar an einer Wand platziert.

Allen Läufern, die diesen Lauf noch nicht absolviert haben, kann ich nur sagen, es lohnt sich wirklich, zumindest einmal im Leben den Hermannslauf zu absolvieren, da es sich zum einen um eine sehr schöne Strecke handelt (wenn auch eine z.T. sehr anstrengende Strecke), und zum anderen es einem ein großartiges Gefühl gibt, wenn man schließlich angekommen ist und von Glückwünschen von seinen Freunden und der Familie überschüttet wird.

Ein Dankeschön möchte ich an dieser Stelle dem Organisationsteam und allen Streckenhelfern aussprechen, aber auch den anfeuernden Zuschauern und netten Menschen, die mit einem Wasserschlauch am Wegesrand standen und für eine schöne Erfrischung gesorgt haben.

Für alle Läufer gilt: Nach dem Hermannslauf ist vor dem Hermannslauf! Das Training kann beginnen!

Fotos vom Hermannslauf 2007:

Hermannslauf 2007 - Teil 1
Hermannslauf 2007 - Teil 2
Hermannslauf 2007 - Teil 3








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